WS 2005/2006              Preuß Texterschließung                       Text 7, model answer

Die Neue Welt übte einen starken Einfluss auf die Lebensqualität der Europäer und auf die Ausformung ihres Denkens aus. [.... hatte tiefe und bleibende Auswirkungen auf .... und die Form, die europäisches Gedankengut annahm (Chr. M.)] Für manche Beobachter war sie [war die Neue Welt] ein roher und barbarischer Ort, der der zivilisierenden Hand des Europäers bedurfte; andere (wiederum) erklärten sie für jungfräulich und unverdorben, ein Land der Reinheit, Jugend und Unschuld, wo der Mensch neu erschaffen [geschaffen] werden könne. Alle [allesamt] waren sie jedoch von ihr geradezu in Bann geschlagen. Von den Hallen [Sälen] Montezumas bis (hin) zum Königreich der Saguenay schien sie [erschien sie als] ein sagenhafter [sagenumwobener, märchenhafter] Ort und seine Schätze und Möglichkeiten [das in ihm schlummernde/sein Potenzial] übertrafen alles, was sie in der ihnen bekannten Welt finden konnten.

Mit der Zeit [im Laufe der Zeit] fanden viele Kommentatoren, dass ihre unglaublichen Verheißungen in den Vereinigten Staaten am besten [vollsten] verwirklicht worden seien. Dort hätten sich Freiheit und Überfluss verbunden, um eine außerordentlich [auf spektakuläre Weise] erfolgreiche Zivilisation hervorzubringen, die sich einer Gesellschaft verpflichtet fühlte und diese auch anscheinend aufrechterhalten konnte, die Lebenschancen und Freiheit für alle bot. Die erfolgreiche Durchführung einer Revolution führte dazu, dass die besonderen Tugenden der amerikanischen Gesellschaft nicht nur als etwas erschienen [angesehen wurden], das sich aus der Lage des Ortes ergab, sondern als Funktion der Politik, denn die republikanische Staatsordnung schien die amerikanischen Freiheiten gleichzeitig zu verstärken [bestärken] und zu erweitern. Amerikanische politische und gesellschaftliche Prinzipien, so dachte man, würden Europa von der Erschlaffung [Ermattung] der aristokratischen Herrschaft [Adelsherrschaft/Herrschaft des Adels] erlösen [befreien].

Wenn (auch) der amerikanische Einfluss auf die europäische Welt vor 1900 hauptsächlich auf der Ebene von Idee und Inspiration geschah [erfolgte, sich abspielte], so verband sich (doch) der Imperialismus der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts mit der aggressiven Außenpolitik Theodore Roosevelts, mit der Folge, dass Amerikas Rolle in der Weltpolitik harte, handfeste und reale [realpolitische] Züge annahm. Europäische Beobachter bemerkten [nahmen wahr] besorgt [mit Besorgnis], dass dies [wie dies] neue Sternbild am Firmament ihrer Welt aufstieg. „Man hört,“ schrieb der französische Historiker Henri Hauser 1905, „dass man von nichts anderem in der Presse, in [bei] Versammlungen und im Parlament spricht als von der amerikanischen Gefahr.

Amerikas wachsender Einfluss hing natürlich von mehr ab als dem Krieg mit Spanien oder den Eskapaden [(„Possen“, „Mätzchen“, nicht in diesem Kontext!)] eines übermütigen Präsidenten [eines Präsidenten/eines Regierungschefs, der über die Stränge schlug]; seine Grundlagen ruhten auf Amerikas heranreifender Wirtschaftsordnung, dem Anwachsen der modernen Kommunikationsmöglichkeiten und der meisterlichen Beherrschung von Organisationsaufgaben. Diese Elemente verbanden sich mit der Attraktivität [dem Reiz] der amerikanischen Popkultur, und stellten so einen nachhaltigen Einfluss im Ausland sicher. Amerikanische Geschäftstechniken/verfahren, Prinzipien der Organisation, Maschinen [Maschinenanlagen etc.], Zeitschriften, Kleidung, Sport, Slang, Kapital und Wertvorstellungen nahmen ihren Weg um die Welt. Alle diese Dinge änderten den globalen Lebensstil und machten ihn zugleich auch von den Vereinigten Staaten abhängig [den Vereinigten Staaten gegenüber untertan/„tributpflichtig“].

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