WS 2005/2006 Preuß Texterschließung Text 5: model answer
Es
ist klar, dass die Times, eine Zeitung, die sich (ganz) bewusst an die
Gebildeten wendet [die ganz bewusst den gebildeten Leser ... anspricht],
ein bestimmtes Interesse an kultivierten Standards
[an einem gewissen Niveau] hat;
diese Zeitung mit einer Auflage von deutlich unter einer Million (Exemplaren)
hat es zuwege gebracht [fertiggebracht] - oder ist dazu in die Lage versetzt
worden [oder man hat es ihr ermöglicht] – weiterzubestehen [fortzubestehen; auch:
weiter zu leben, zu überleben]. Für ihre Leserbriefseite sollte [muss] man
dankbar sein. Aber obwohl sie (= die Times) ein paar Buchbesprechungen
[Rezensionen, Kritiken] (ab)druckt [auch: „bringt“], kann man diese ((bescheidene: ironisch!))
Art von Rezension(en) [... wie sie von ihr betrieben wird] abtun als eine
Kritik, die keine(rlei) kritische Funktion erfüllt. Allein schon die Auswahl
der zu besprechenden Bücher wirkt wie aus bloßer Laune heraus getroffen (zu
sein), obwohl genaueres Nachforschen irgendeine clevere [schlaue, raffinierte]
Motivation zum Vorschein bringen [aufdecken] könnte. Tatsache ist, dass in der
Welt, in der die Moderne [das Neue] triumphiert [ ... einen Siegeszug angetreten
hat, auch: in der Welt der triumphierenden Moderne], (in) der Welt der
Machtzentren, von denen die quantitätssüchtige Maschinerie der Zivilisation [auch:
der Quantität verfallene Maschinerie, nach immer mehr Umsatz süchtige
Maschinerie, quantitätsbesessene Maschinerie, villeicht auch: „unersättliche(e)“]
kontrolliert [auch: überwacht, beherrscht], gelenkt und ausgebeutet
wird, Literatur im herkömmlichen [ursprünglichen, traditionellen] Sinn aufgehört
hat eine Rolle zu spielen [keine Rolle mehr spielt, nicht mehr wichtig ist]. Ich
will damit sagen, dass wenn die Öffentlichkeit, die in der Lage ist, wirklich
neue Kreativität zu erkennen [auch:
... Kreativität erkennen kann] verschwindet,
auch die Leitbilder [Leitfiguren], in
denen sich die Existenz [das Vorhandensein] der Öffentlichkeit manifestiert [auch:
sich zeigt, sich äußert, sichtbar wird, offenbar wird etc.],
verschwinden. Nicht-quantitativ [nicht-mengenbezogene] kritische Standards
[kritische Normen, kritische Wertmaßstäbe] entfalten ihre Wirkung [wörtl.
„existieren und sind effektiv“, vielleicht auch:
„greifen“] nur in einer Öffentlichkeit, die, da sie fähig ist,
darauf (= auf die(se)
Standards) zu reagieren, wenn
man sie kritisch anspricht, in
diesem Sinn „gebildet“ ist. Die BBC kümmert sich um die Kultur und das
Programm für die Intellektuellen
[das Intellektuellenprogramm] bietet unter ihrem schützenden Dach sowohl Raum
für eine Lesung aus dem Matthäus Evangelium als auch für eine Aufführung
der Matthäus Passion oder Herrn [Mr] Kingsley Amis, der, dadurch dass er daraus
(vor)liest (und zweifellos dafür bezahlt wird) Reklame [Werbung] macht [auch:
wirbt für] für das jüngste [neueste] Produkt seiner unverwechselbaren
[ironisch!] Begabung.
Ich
sage nichts über die teureren Sonntagszeitungen,
in denen die Elite der literarischen Welt [die Literaturelite der Welt]
ihren Geschäften nachgeht, noch etwas über das engverwandte [eng damit
verbundene] Phänomen, dem Times Literary Supplement
[oder auch: der Literaturbeilage der Times] – das [welches]
[die, welche], während ich (ergänze:
„dies“) schreibe, Wert auf die Aussage legt [ausdrücklich betont, eigentlich: „bezeugt“], dass Herr [Mr] Amis zur
modernen Literatur zählt und dass der verstorbene W. H. Auden ein bedeutender
Dichter und ein Denker von Weltrang
ist. Es besteht an dieser Stelle keine Notwendigkeit für eine vollständige
Darstellung [auch: Abhandlung über, Bericht über etc.] unseres
kulturellen Elends [auch: unserer Not, unserer Notlage, unseres
Dilemmas].
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