SS 2009 Text 11 (0 Klausur) model answer (rough draft)
Humor-Regeln sind
Spitze!
Diese Überschrift kann sowohl wörtlich aufgefasst werden im Sinn von „die Regeln für den Humor“ oder im Sinne eines Graffiti-Slogans „Humor ist Spitze, ist doch klar!“[Vorschläge aus dem Kurs: „Humor ist geil!“/“Humor rockt!“] Letztere Lesart ist in der Tat [tatsächlich] angebrachter [passender, zutreffender], da die auffallendste [offensichtlichste/am stärksten ins Auge fallendste] und wichtigste Regel für den Humor in einer englischen Unterhaltung seine durchgehende Dominanz ist. Der Humor herrscht. Der Humor regiert. Der Humor ist allgegenwärtig und allmächtig.
Es wird schrecklich viel Mist [Stuss, Schmarren] über den englischen Sinn für Humor verbreitet [verzapft], einschließlich vieler patriotischer Versuche zu beweisen, dass unser Sinn für Humor irgendwie einzigartig und dem vom wem auch immer sonst überlegen ist. Viele Engländer scheinen zu glauben, dass wir eine Art von globalem [weltweitem] Monopol, wenn schon nicht auf den Humor an sich, so [dann] doch wenigstens auf gewisse „Spielarten“ des Humors haben – nämlich auf die hochklassige Varianten [auf die „Spitzenprodukte“, „Premiummarken“] wie (den) Esprit und besonders (die) Ironie. Meine (Untersuchungs)Ergebnisse deuten darauf hin, dass, während der englische Humor in der Tat etwas Unverwechselbares an sich hat, das wahre „Definitionsmerkmal“ der Wert [in der Vorlage kursiv gedruckt, deshalb handschriftlich unterstreichen!] ist, den wir dem Humor beimessen, (also/d.h.) die zentrale Bedeutung des Humors in der englischen Kultur und im gesellschaftlichen Miteinander [in den sozialen Interaktionen].
In der englischen Konversation [Unterhaltung/wenn wir Engländer uns unterhalten,] schwingt immer ein humorvoller Unterton mit. Wir schaffen es kaum uns zu begrüßen oder eine Bemerkung über das Wetter zu machen [einen Kommentar zum Wetter abgeben], ohne irgendwie das Ganze mit einem kleinen Witzchen zu verbinden [ohne es so hindrehen, dass dabei ein kleiner Witz herauskommt]. So werden die meisten englischen Unterhaltungen zumindest einen gewissen Grad an Wortgeplänkel, Neckerei, Ironie, Untertreibung [auch: Understatement], humorvoller Selbstironie [humorvolles Sich-auf-die Schippe-Nehmen], Spott [Hohn] oder einfach nur Albernheit beinhalten. Wenn man so will, Humor ist [sozusagen] unser Standardprogramm: wir müssen es nicht bewusst einschalten, und wir können es nicht abschalten. Für die Engländer stellen die Humorregeln die kulturelle Entsprechung zu den Naturgesetzen dar – wir gehorchen ihnen automatisch, ziemlich genauso wie wir dem Gesetz der Schwerkraft gehorchen.
Auf den kleinsten gemeinsamen
Nenner gebracht [grundsätzlich] ist die jeder englischen Unterhaltung zugrunde
liegende Regel das Verbot von Ernst(haftigkeit) [hier negativ konnotiert,
also etwa: Verbot von „ernsthaftem Gehabe“]. Obwohl wir wohl kein
Monopol auf (den) Humor haben, oder nicht einmal [oder auch nur] auf (die)
Ironie, verfügen die Engländer [auch wir Engländer] über ein schärfer
ausgeprägtes Empfinden [Gespür, auch: Sensorium] als jede andere Nation
[jedes andere Volk] für die Unterscheidung zwischen „ernst“ und
„feierlich“, (und) zwischen „Aufrichtigkeit“ und „ernsthaftem
Gehabe“.
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