WS 2005/2006 Preuß Texterschließung Klausur 31/01/2006 Staatsexamen Herbst 2005 Text 13
MODEL ANSWER: very first draft!
(There’s
still room for improvement.)
Antony Sampson, der über vier Jahrzehnte die Verteilung von Macht und Wohlstand in Großbritannien mit Argusaugen [suggested by F. W.] untersucht hat [Nach über vier Jahrzehnten, in denen A. S. die Mächtigen und Wohlhabenden in Großbritannien mit scharfem Blick genauestens untersucht hat], kann sich [kann er sich] immer noch mit einer Schnelligkeit auf seine Beute stürzen, die andere journalistische Detektive [investigative Journalisten] beschämt. Am Ende unseres Interviews in einem Hotel in Mayfair fährt eine lächerlich extralange weiße Stretch-Limousine mit getönten Scheiben draußen vor. Sofort springt Samson auf, um zu sehen, wer (aus ihr) aussteigt.
Dieses Mal freilich entkommt ihm die (Jagd)Beute. Es mag sich dabei durchaus um eine der Größen mit Massenappeal [einen der Tycoons mit „populistischem Touch“, ... der geschickt die „populistische“ Karte spielt etc.] aus dem Freizeitsektor, dem Dienstleistungsbereich und Showgeschäft, die im Mittelpunkt seiner jüngsten, schärften und radikalsten „Anatomie Großbritanniens“, dem Buch Who Runs this Place? stehen. Diese neue Elite von Superreichen, die anti-elitär eingestellt sind, erscheint als die treibende Kraft eines Landes, das seine alte Unterwürfigkeit gegenüber Rang abschüttelte, nur um vor den Herrn des Marktes zu katzbuckeln, „einem neuen Establishment, mit größeren Ressourcen und stärkeren Banden als dem alten – den Banden des Geldes.“
Seit der ersten Ausgabe von Anatomy hat A. S. immer wieder mit eisern durchgehaltener Distanziertheit (eisern um Objektivität bemüht) versucht, die Schutzwand [„Sichtschutz“] niederzureißen, die die Mächtigen in Großbritannien umgibt, ob sie (wie einst) von Bankiers (Bankern) mit Adelstiteln in irgendeinem Sitzungszimmer in der Lombard Street errichtet wurden oder (wie heutzutage) von selbsternannten Fernsehzaren [von eigenen Gnaden] in einem Covent Garden Restaurant.
Was den politischen Aspekt angeht, so fiel Sampsons jüngste Jagd mit einer außerordentlichen – aber strapaziösen – Gelegenheit zusammen, die aktuelle Lage zu erkunden. Als er Who Runs This Place? schon fast zu Ende geschrieben hatte, erhellte das Beweismaterial, das dem Hutton Untersuchungsausschuss vorgelegt wurde, die verborgenen Pfade der Macht in Westminster und Whitehall „wie eine Signalrakete [Leuchtkugel/-rakete] am Nachthimmel“: Indem er ein intellektuelles Tempo an den Tag legte, das Autoren, die ein halbes Jahrhundert jünger sind, oft vermissen lassen, arbeitete er schnell die Enthüllungen des Hutton Untersuchungsberichts in sein Buch mit vernichtender Wirkung ein. Sie bestätigen seine Diagnose [Einschätzung], dass Entscheidungen in Wirklichkeit von kleinen Gruppen von Leuten getroffen werden, wovon die meisten nicht gewählt und niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig sind.
Sampson erklärt dass, obwohl „man über die
Machtkonzentration in der Downing Street Nr. 10 Bescheid wusste, die Huttons
Enthüllungen [die Enthüllungen des Hutton (Untersuchungs)Berichts] eine recht
ähnliche Wirkung wie die Watergate Tonbänder entfalteten. Man erhaschte diesen
kurzen Blick auf die Intensität und fast schon Vulgarität der Macht.
Auch sein eigener Beruf bekommt ganz hübsch was ab [„Dresche“]. Die neue Fähigkeit
unter den (Zeitungs)Herausgebern Karrieren zu befördern oder ruinieren
(meistens zu ruinieren) ruft Furcht und Abneigung in jedem anderen Machtkorridor
hervor. Und mit ihrem neuen destruktiven [zerstörerischen] Potential [der Möglichkeit
zu zerstören] geht ein sehr schwachentwickeltes Verlangen nach
Selbstbeherrschung und Selbstkritik einher. Wie Sampson sagt: „Wenn man
Journalisten der gleichen Art von spöttischer Analyse unterzöge, die man
Politikern gegenüber anwendete, bliebe nichts übrig. Der ganze Berufsstand
ginge unter.“
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